HP erstellt von Bianka Schneider Crazy Gremlin´s Löwchen und Basenji

 

Anuschka

Anuschka
Anuschka ist Anfang Januar geboren, ein Steinböckchen, und was für eins! Sie war dickköpfig, eigenbrötlerisch und absolut stur. Sie sah aus wie ein Engel, klein, weiß und zuckersüß. Dahinter verbarg sich ein kleiner Satansbraten! Nie tat sie das, was ich von ihr wollte. Immer wieder schaffte sie es, mich in der Öffentlichkeit zu blamieren. Ständig dachte sie sich neue Ungezogenheiten aus. Und wenn sie mich dann so richtig zum Wahnsinn gebracht hatte, sprang sie federleicht auf meinen Schoß, schenkte mir ihren schönsten Augenaufschlag und ein "Wuff" mit ihrem hellen Stimmchen - und hatte schon wieder gewonnen. Ich weiß auch nicht warum, ich konnte ihr einfach nie ernsthaft böse sein. Irgendwann habe ich es aufgegeben, sie zu erziehen. Wenn ich etwas von ihr wollte, mußte ich eben etwas schlauer sein als sie. "Anuschka komm" bedeutete, daß sie höchst übermütig und schwanzwedelnd genau einen Meter vor meinen Füßen herumsprang und sich absolut nicht fangen ließ. Also mußte ich mich umdrehen, einfach weggehen und sie ignorieren und schwupp, schon war sie brav bei Fuß als könne sie kein Wässerchen trüben. Man wußte nie, ob man lachen oder weinen sollte. Gnade mir Gott, wenn ich ihr etwas zumutete, wozu sie keine Lust hatte. Sie setzte sich genau vor mich hin, sah mir kerzengerade in die Augen und drückte einen Haufen vor meine Füße. Dann drehte sie sich um und stolzierte zufrieden davon. Die zarte Seite ihrer kleinen Seele zeigte sie nur manchmal.  Bei Gewitter etwa mußte sie unter meinen Pullover schlüpfen, nur direkt auf meinem Bauch fühlte sie sich dann sicher. Und wehe ich mußte sie kurzfristig der Obhut fremder Menschen anvertrauen, dann wurde sie in Sekunden zu einem Häufchen Elend. Kaum war ich allerdings zurück, sagte mir ein verräterisches Funkeln in ihren Augen, daß sie bereits auf Rache sann.
Anuschka war eine Meisterin darin, uns immer genau im Weg zu stehen. Unzählige Male sind wir alle über sie gestolpert, unzählige Male haben wir sie dafür ausgeschimpft, und jedesmal stand sie schon fünf Minuten später wieder zwischen den Füßen. Scherzhaft pflegten wir zu sagen, daß sie nicht eher sterben würde, als bis sie es geschafft hatte, einen von uns der Länge nach zu Fall zu bringen. Wir haben höllisch aufgepaßt, daß ihr das nie gelang, fünfzehn lange Jahre. Zäh wie sie war, hätte sie es gewiß noch eine ganze Weile versucht, wenn ich nicht eines schmerzlichen Tages beschlossen hätte, sie endlich von den schlimmen Schmerzen ihrer Altersarthrose zu erlösen. Eines weiß ich genau: Wenn ich irgendwann einmal selber über die Regenbogenbrücke gehe, werde ich am anderen Ende zu allererst über Anuschka stolpern. Und ich werde gewiß lachen und weinen zugleich.

 

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