HP erstellt von Bianka Schneider Crazy Gremlin´s Löwchen und Basenji

 

Fabienne

Fabienne
Fabienne hat mich Geduld gelehrt. Sie kam als verwahrlostes schmutziges Häufchen Elend, handscheu, voller Angst. Drei Wochen lag ich bächlings auf dem Boden, den Blick zur Seite gewandt, bis sie es erstmals wagte, mir aus der Hand zu fressen. Noch nach Monaten pinkelte sie vor Angst unter sich, wenn ich sie hochnehmen wollte - oder mußte. Vor jedem Besucher flüchtete sie mit einem großen Satz hinter das Sofa - das hat ihr den Spitznamen Floh eingetragen. Es dauerte zwei Jahre, bis sie damit aufhörte, dafür wurden Besucher dann die nächsten drei Jahre gebissen. Alles, jede Kleinigkeit mußte sie erst ganz neu erlernen.
Als sie nach fünf Jahren erstmals freiwillig auf dem Schoß einer Besucherin saß, wäre ich vor Freude fast geplatzt. Acht Jahre war sie alt, als sie erstmals einen Mann freundlich begrüßte, das war wie ein kleines Wunder. Die restlichen zehn Jahre ihres Lebens zeigte sie ihr wahres Wesen: sanft, überaus freundlich, geradezu zärtlich und manchmal ganz unerwartet schalkhaft.
Sie war zur Mutter geboren,nie habe ich sie glücklicher gesehen als mit einer Schar neugeborener Welpen in der Wurfkiste. Dann glühte sie förmlich vor Stolz und Zufriedenheit. Es schien als lebte sie für die Mutterrolle, dann für die Omarolle und dann für die Uromarolle... Selbst im hohen Alter von 18 Jahren brachte jeder Welpe sofort ein Leuchten in ihre Augen und plötzlich schien sie irgendwie wieder jung. So viele Jahre habe ich mit ihr geübt und geübt, bis auch der letzte Schatten der Vergangenheit verschwunden war. Wie hat sie es mir gedankt!!!! Sie wurde zur Stammmutter meiner Zucht - wer hätte das je gedacht. Bis heute gibt es kein Burgwald-Löwchen, in dessen Ahnenreihe sie nicht irgendwo zu finden wäre. Viele Preise hat sie gewonnen,ebenso ihre Nachkommen in aller Welt. Aber ihr größtes Geschenk an mich war, daß sie das Vertrauen in die Menschen wieder fand. Zehn Jahre lang haben viele Menschen sie so selbstverständlich gestreichelt und hatten keine Ahnung, daß ich jedesmal zutiefst gerührt und dankbar war. Nein, die freundliche Berührug einer feuchten Hundenase ist alles andere als selbstverständlich, sie ist ein großes und letztlich unverdientes Geschenk.
Geduld hat sie mich gelehrt, meine liebe Floh, und die Gewißheit, daß Liebe ALLES erreichen kann!!

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