HP erstellt von Bianka Schneider Crazy Gremlin´s Löwchen und Basenji

 

Prinzess

Prinzess
O-Pinzess von Livland trug ihren Namen zu Recht. Sie war eine Prinzessin durch und durch. Klein, zierlich, höchst selbstbewußt war sie eine Meisterin im Umgang mit den Waffen einer Frau. Mal weckte sie mit zartem Beben alle Beschützerinstinkte und ließ sich dann so richtig verwöhnen, mal brachte sie mit charmanter Koketterie einen Menschen dazu, das geliebte Steinchen auch zum einhundertsten Male zu werfen. Und spätestens wenn sie zickig das Näschen kräuselte, gab jeder um des lieben Friedens willen nach. Ich muß zugeben, mehr als ein zierliches Leftzenheben hat sie nie gebraucht, um ihren Willen zu bekommen. Als wir mitbekamen, wie geschickt sie das Zepter über alle anderen Hunde schwang, gaben wir ihr den Namen "Queenie", und das gefiel ihr außerordentlich.
Wie alle Prinzessinnen haßte Queenie jede Art von Schmutz. Einen Spaziergang bei Regen empfand sie als absolute Zumutung. Sie folgte mir dann nur widerwillig und mit Todesverachtung in den Augen. Mit großer Konzentration trippelte sie kapriziös um jede Pfütze herum, und während zu Hause alle anderen Hunde mittels Dusche erst vom Schlamm befreit werden mußten, saß sie schon wieder blütenweiß sauber auf dem Sofa.
Ihre Wurfkiste war immer blitzblank, ihre Kinder wie aus dem Ei gepellt. Ihre Mutterpflichten erfüllte sie mit großer Gewissenhaftigkeit und achtete noch wie nebenbei darauf, daß alle übrigen Hunde derweil ihren Pflichten ebenso ernsthaft nachkamen. Sie selbst benahm sich einfach mustergültig und niemand konnte behaupten, sie hätte ihren Hofstaat nicht bestens im Griff gehabt. Manchmal allerdings hatte sie auch recht eigenwillige Rosinen in ihrem hübschen Köpfchen. Queenie konnte klettern wie eine Katze. Ihretwegen sah unser Gartenzaun aus wie der Sperrzaun um einen Hochsicherheitstrakt. Wann immer sie meinte, dies sei ein schöner Tag für einen kleinen Spaziergang, fand sie garantiert irgendeinen passenden Busch, durch den sie klettern und über den Gartenzaun verschwinden konnte. Einen kleinen Ausflug in Ehren kann niemand verwehren. So manchen Tag fand ich sie blinzelnd in der Sonne auf dem Hof liegend vor. Sie hatte dann schon den Nachbarskatzen auf der einen Seite das Futter gestohlen und auf der anderen Seite mit den Kindern gespielt und war sehr mit sich zufrieden, während ich schockiert mal wieder den Zaun absuchte und alle möglichen Ecken verstärkte.
Süße kleine Prinzessin, ihr jäher, grausamer Tod hat mich fast um den Verstand gebracht. Noch heute erinnert mich jeder weiße Kieselstein an sie. Ich hoffe, im Himmel gibt es eine Million Kieselsteine und eine Million Engel, die sie für Queenie werfen!
 

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